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Der Whiteout

Stellt euch einmal vor, ihr steht auf einer Schnee-Ebene. Vielleicht seht ihr in der Ferne noch ein Gebirge, aber ansonsten ist nur Himmel um euch herum. Bei klarem Wetter ist alles in Ordnung, aber sobald Wolken aufziehen oder Schneefall einsetzt, kann die Lage schnell kippen. Wasser, Eis und Schnee reflektieren und streuen das Sonnenlicht, das noch durchkommt. Dadurch erscheint die ganze Umgebung gleichmäßig hell, kein Horizont ist mehr erkennbar. Himmel und Erde sind eins.

Dieser Zustand kann für Menschen sehr gefährlich werden. Wir können keine Abstände mehr abschätzen. Unser Gleichgewichtssinn kommt nicht mehr klar, weil ihm die üblichen Fixpunkte fehlen. Durch Schwindel bekommen wir Angst, vor allem, wenn wir nichts an der Situation ändern können. Psychische Belastung und Stress folgen.

Gefährlich ist diese besondere Wetterlage auch für den Flugverkehr. Erinnert ihr euch noch an das Gebirge, von dem ich eben sprach? Was, wenn es im Schnee- und Wolkensturm nicht mehr erkennbar ist? Wenn die Flugkapitäne ebenfalls nicht mehr zwischen Himmel und Erde unterscheiden können und den Berg erst sehen, wenn es zu spät ist? Es ist bereits zu Flugzeug- und Hubschrauberabstürzen wegen Whiteouts gekommen.

Auch wenn es eine gefährliche Sache ist, finde ich sie unglaublich faszinierend. Ich habe etwas vergleichbares übrigens schon mit dem Meer erlebt. Blauer Himmel, blaues Wasser, keine Insel am Horizont … da wird mir auch manchmal schwindelig und ich muss schnell irgendwohin, wo Häuser um mich herum sind. Nennt man das dann Blueout? 🙂










Beitragsbild: © Jason Stankiewicz (Canva Pro)

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